Ferdinand Schmatz

Mischtechnik Leinwand 150 x 300 cm

Es ist bewegt ist es ein werden zurück kommen in dem raum in den es wandern wird mit den hertz herden sich legen auf weisen die wiesen sein könnten aus fell oder aus klumpen ist es immer auch das andere also rot und harz bitter so süss auch im weissen feld also stein oder geröll in schwarz gefalten das kann sich als weg beregt halten oder regnet es oder strahlt da was oder stürzt das was in die höh’ und schirmt sich als wand aus leinen die übergeht und dann sanft als wüsste sie stürme hinter sich bevor stehend verweht als leine und sich im darin sich um ruhenden auge regt und klick tut oder klapp oder hü hott ruft am gipfel gespann ohne zügel an der hand zeichnet sich da was ab im grund und schon ist voll und geht über im mund der da raus lässt im gleiten ungesichert am hang verbindliches also ohne winde die böen wo anders halt im geästelten ader werk rund um das harz stück sich mischend auch das ist da erinnert es uns nun oder hier hallo der stier fehlt auf dem gras mir das ja schwarz ist im gegend teil als rot scheint und so mit schön am sich sarg das ganze bricht oder hebt dich schwebt wenn es hält sich die welt offen im stoff leinen deckweiss und tusch - ein akkord der steht und dreht das ganze in den weg sich windend um die au,g,en wenn sie land sind schaffen sie das auch grau und ab die angst dir?

Anders: Die Schlaufe, als solche im Bild gesehen und als solche bezeichnet, verweist, aber ihr Weisen auf ein Ziel hin bleibt offen. Sie ist das Zeigen von hier ohne in ein Notwendiges, nach dort. Das indexikalisch Ersichtliche, nun als Gegend benannt, zeigt und findet sich so zwischen dem Weiß und dem Grau, innere und äußere Leinwand sind aufgespannt. Das Ersichtliche hält nur kurz im Kopfbild an, es fließt vom Bild und Auge wieder zurück ins Bild, und weiter, und wiederum durch den Kontrast zwischen Weiß und Grau, baut sich noch einmal als Gegend auf, und drückt sich derart neuerdings ein, nicht nur aus. Im Kern des Bildes öffnet die Schlaufe Wahrzunehmendes im freien Spiel, als Um-Form des Bestimmten – eine Gestalt schiebt sich über die andere und verliert nicht an Kraft: liegender Kopf - offener Topf, Pfeife oder Mensch, Kelle oder Quelle, Handkraft oder Landschaft. Was sich in den Vorstellungen als Ähnliches hervorruft, wird nicht zur Analogie, da die erste Form nie in die zweite und so fort zurückkehrt. Einkehrt schon: etwa der Kopftopf, indem oder in dem kein Loch tropft, oder die Hand, die das Land schafft.

Was sich zeigt ist weniger ein Versuch, als ein Versuchen, weniger Anordnung im Labor, als Erzeugung von Verlangen im Empfinden und im Andenken und Ausleben von Emotion: Möglichkeiten des zähen, aber grenzweichen Übereinanderschiebens hier, ohne deckungsgleiche Norm der Schablone dort.

Das derart Eingestellte ruft nicht nur die Erinnerung an den Gegenstand hervor, es kommt nicht aus vergangener Prägung, die das Unbekannte bekannt machen hilft oder das Unheimliche heimelig. Es ist und bleibt eine Form, die auftaucht und unbekannt, ja fremd bleibt, wenn sie es bleiben will. „Wie ein Moped, das nicht anspringt“ (T.P.).Das Heimliche an ihr aber bleibt nicht versteckt, es zeigt sich: Noch nicht gesagt, schon gezeigt! Das vorsprachlich Fremde ist das Vertraute, das die Ähnlichkeiten lostritt, anwirft, aber nicht bis zur Analogie der Identität treibt. Die Erhabenheit und das Unheimliche des Sich Bildenden sind zwei in einem Moment: Tropfsteinhöhe, schwarzes Noch, Kern im Firmazement, All,es.

Graue Illusion darf nicht als graue Utopie gedeutet werden, sie ist, was sie geworden war. Eine Mischung aus Schwarz und Weiß wird zur Farbe am Stück, das auf mehrere Stücke verweist, diese berührt, sich mit diesen verbindet. Das ist die ganze Gesellschaf. Sie kann eine menschliche sein und sich am Wegrand mit den Blümchen mischen, so sie sind. Diese sind nicht da, sie sind zu ersehen. Also sind sie doch da.

Der Mangel der Abwesenheit wird zum Fest der Anwesenheit, Illusionsutopie, die nicht im Gegenstand verwurzelt ist, sondern im Ich, sie purzelt im Ich. Und wenn das im Schatten steht, bewegt es sich irgendwann, aber dann daraus heraus und lässt die Traurigkeit hinter sich. Es schaut und kommt im Verschauen ohne Überblick zum Vertrauen in das Mögliche. Dieses ist mehr da, als es da zu sein scheint. Es kommt von der Erinnerung her, in diesem Moment der Wahrnehmung des Bildes, das ein stetes Bilden ist. Es erinnert sich an etwas in sich und an etwas außerhalb um so mehr. Die Trauer, die sonst im Schatten des Gegenstands das Ich befällt, wird so zum zu Trauen, zum heiteren Vertrauen.

Sie ist kein Zierrat am Grab (Sarg oder Gras), sie ist im Beet weniger Erde denn Licht, das in ihr erstrahlt und aus ihr raus. Und sich hebt in das Gebirge – das Geborgte der Vorstellung -, hoch. Dort kauern Personen, Dinge, Pflanzen und wir so rum, edel wie weiß, an Armen reich, des Leides, aber nicht des Liedes beraubt (aufgezogen). Wir ziehen weiter (Leibliebe) und blicken nicht ins Tal, denn das Auge ist ein Schmarrn, wenn es zurück sich verpflichtet sieht, ab zu leisten dort was. Alles was ich sehe, könnte auch anders sein, die Rede auch, wenn sie Grund und Boden (Erde)verräumt und um gibt sich in Schicht aus stets wechselnder Flechtung aus Strich und Linie ohne Punktum zugleich.

So geht’s dahin auf der Alm, der vermutliche Windsturm bricht sich lautlos im Inneren, das stille Tosen an Geräuschen, die vom Schnee herrühren können oder vom Knistern der Kohlen, des Holzes oder des Koks im Ofen, der ein Herd ist, eine offene Brandstelle, erweist sich auf so manchem Mal als Leuchtlaserbeheiztes.

Spuren der Abstraktion fangen sich in der Spitze des Berges, nach dem Eis sinnlich gemacht, schmelzen sie dahin in des Gedankens Flucht (Blässe). Wo wäre darin der Brennpunkt: Über den Wipfeln? In den Nadeln? Auf der Platte. Stein oder Vinyl? Baum oder Scheibe? Analog oder digital? Das wäre der Gipfel! An Kunst ist er es in sich. Selbst Treiben, unten geht es Ton in Ton (aber Mono nicht unbedingt). Oben zart im Bruch, Stück fürs Glück (Wolkengeknister, kristallen frequentiert). Jagd und Horn scheinen nicht auf, zu sehen, zu hören ist kein Hetzen im Gebilde, aber eine gewitzte Hitze, die zurückkommen könnte von vorn herab. Nicht abgelegt, noch in Wartestellung, da spielt einiges zusammen und einiges liegt auf, verlegen aufgelegen – ein Kratzfusstanz zwischen den getönten Akkorden, also feine Horden der Vision, keine Frage:

Wer das Feuer entfacht, die Feier ist es, weit über den Fuß des Berges hinaus leuchten ihre Funken. An ihren Herden erwärmt werden wir uns da reindrehen und reden, erheitert über die Klumpen rausgehen, das kratzbürstig Kantende streichen, sich aufgrenzen und Kontakt halten – weiter in Anbindung (Armung) mit der nächsten Form, die, wie es scheint, heiß daherkommt, aber überrascht, kalt durch ihre Einbindung ins mögliche Gegenteil, was sich nicht gehört, hört sich dann so an, selbst erotisiert, kühle Raschelekstase, ein Funkdrama, eine hänge originalielle Schleife in sich drüber raus, immer wieder ein klein wenig anders im nächsten Moment, der common sense greift nicht ganz („Schön schaun wir aus am Morgen vorm Spiegel? Kenn ich nicht, rasier ich nicht“ – Zitat Ende ohne Anfang, danke!).

Ist es fassbar, kann das verstanden werden, wenn wir so herumverstehen aus Hören und Sehen? Und suchen, und erzählen, wie das alles so vor sich geht, so vor sich treibt, so unerhört anders, und dennoch so bestimmt eindringlich, in der Weise des Kommens mit, aber mit jeweils anderen – Zeichen, Wörtern, Begriffen, Bildern, Tönen, Melodien, Rhythmen einzeln allein und alles in einem,

- als Phänomene des Wesens, welche Wesen, ha?! Und was wäre das, der Umfang, die Tiefe, die Höhe, oder die dieser Höhe zum Beispiel zugeordneten Dinge, wie Haus, Baum, Blume, Mensch, Tier, und das erste Abbild bereits das falsche und alle folgenden nur noch ein kalter Schaum des heißen Getränkes?

Wiederum Erstes: Was dreht sich in diesem Gebilde, so wie so als ob oder genau so weder noch: Im Mischsatz wurde es zeigt - zu es ziegt. Tipp vertopt. Der Weg des Textes und des Sehens lag damit vor, in sich aus sich heraus – zeigt und ziegt, also der Finger, die Ziege, die Haut, das Fell, der Schweiß, die Milch, das Horn, der Berg, die Härchen, die Wiese, das Weiß, das Weiß, das Grün, das fehlt, im Bild aber ist es, Für-Wort, so mit rein in den Bildverein, es ziegt, da geht ein Tier rum in der Landschaft der Kopfhand, das stand so da, gab Geräusche ab, blööckt, tröötet, die Handhöhle als Rohr, in etwa so, oder nicht, nein, es gehört sich als Zeitlupenrausch(en), das sich, langsam stetig plötzlich bündelt zu einem Knall, ein Schuss gar, und schon fällt die Ziege, nicht wirklich (werklich) verwundet, ohne zu bluten zurück ins Zeigen, die Hand an der Wand, des Nächsten Versprechen, der nächste Wunsch, ein Irrtum aus eben etwa nicht ganz richtig Gehörtem und also um so mehr unerhörtem Etwas - das pulsiert da, Klangerklommenes, Stufengezitter, es hängt in der Wand und schiebt sich hinauf, windet sich hoch, dünner, dann der Kreisel, Reibenrotation, Ohrsatz, gequert.

Nun denn: Wir wollen dem nachgeben, wiederum im Bild sind wir dann, und bewegen uns schon wieder im Anfang des Anfangs weiter im Ohr und fort im Auge den Fuß in der Hand!

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